
Verbessert die regenerative Landwirtschaft schnell die Bodengesundheit?
Landwirtschaftliche Böden unterliegen aufgrund intensiver Bewirtschaftung und des Klimawandels einer zunehmenden Degradation. Diese Situation bedroht die Nahrungsmittelproduktion und das Gleichgewicht der Ökosysteme. Angesichts dieser Feststellung wecken alternative Methoden wie die regenerative Landwirtschaft wachsendes Interesse. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Bodenqualität wiederherzustellen, indem der Pflugeinsatz reduziert, chemische Betriebsmittel begrenzt und natürliche Praktiken wie organische Düngemittel, Fruchtfolgen und Zwischenfrüchte integriert werden.
Eine aktuelle Studie untersuchte die Auswirkungen eines über fünf Jahre angewendeten regenerativen Landwirtschaftsmodells auf Gemüseanbauflächen in Spanien. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Methode die Bodenfeuchtigkeit und den organischen Gehalt signifikant erhöht, während die elektrische Leitfähigkeit – ein Indikator für die Versalzung – abnimmt. Bereits nach zwei Jahren nahm die Aktivität essenzieller Enzyme, die für den Nährstoffkreislauf wichtig sind, zu, ein Zeichen für eine bessere biologische Gesundheit. Die Populationen kleiner Bodenorganismen wie Milben und Enchytraeiden nahmen ebenfalls zu, bevor sie nach fünf Jahren größeren Arten wie Insekten, Krebstieren und Tausendfüßlern wichen.
Die regenerative Landwirtschaft wirkt tiefgreifend auf die Bodenfunktionen. Sie fördert die Wasserspeicherung, reduziert Erosion und verbessert die Bodenstruktur durch die Anreicherung organischer Substanz. Enzyme, die eine Schlüsselrolle beim Abbau organischer Substanz und bei der Freisetzung von Nährstoffen spielen, werden in ihrer Aktivität stimuliert. Dies führt zu einer besseren Verfügbarkeit von Nährstoffen für Pflanzen und einer größeren Resilienz gegenüber klimatischen Extremereignissen.
Der Übergang zu diesen Praktiken ist jedoch nicht sofort erfolgreich. In den ersten Jahren kann es zu einem vorübergehenden Rückgang der biologischen Aktivität kommen, während sich die mikrobiellen Gemeinschaften und die Bodenfauna anpassen. Dieses Phänomen lässt sich durch den Schock erklären, der mit dem Verzicht auf chemische Betriebsmittel und der Änderung der Anbaumethoden einhergeht. Sobald diese Phase überwunden ist, werden die Vorteile deutlich: Die Böden gewinnen eine reichhaltigere Biodiversität und komplexere Nahrungsnetze zurück, die für ihre langfristige Fruchtbarkeit entscheidend sind.
Die untersuchten Parzellen zeigten, dass die regenerative Landwirtschaft es ermöglicht, degradierte Böden innerhalb weniger Jahre wiederherzustellen. Sie bietet damit eine konkrete Lösung, um landwirtschaftliche Produktivität und Umweltschutz in Einklang zu bringen. Landwirte und politische Entscheidungsträger können sich auf diese Ergebnisse stützen, um nachhaltigere Praktiken zu fördern und gleichzeitig die Herausforderungen der ersten Umstellungsjahre zu antizipieren. Diese Veränderungen tragen nicht nur zur Gesundheit der Böden bei, sondern auch zur Produktion gesünderer Lebensmittel und zur Bekämpfung des Klimawandels durch Kohlenstoffspeicherung.
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DOI : https://doi.org/10.1007/s11104-026-08437-3
Titre : Regenerative agriculture improves soil functioning and the complexity of soil food webs after a short transition period
Revue : Plant and Soil
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Mónica Molinares-Becerra; Juan F. Aguiar; Ana María García-López; Joaquina María García-Martín; Isabel M. Liberal; Marta Rodríguez-Reyes; Paloma Yáñez Serrano; Ramón Casimiro-Soriguer; Pablo Homet; Raúl Ochoa-Hueso