Warum verschwindet die Bambusotter leise aus den Wäldern von Gujarat?

Warum verschwindet die Bambusotter leise aus den Wäldern von Gujarat?

In den feuchten Wäldern des Distrikts Dangs in Gujarat kämpft eine unauffällige und wenig bekannte Art ums Überleben. Die Bambusotter, erkennbar an ihrer intensiven grünen Farbe und ihrem dreieckigen Kopf, ist die einzige Giftschlange dieser Region. Dennoch sind trotz ihres Vorkommens in dreizehn indischen Bundesstaaten ihre Gewohnheiten und ihr Erhaltungszustand kaum verstanden.

Forschungen, die zwischen 2022 und 2025 durchgeführt wurden, zeigen, dass diese Schlangen ihre Nächte in drei bis sieben Metern Höhe auf freiliegenden Wurzeln, Sträuchern oder Bambus verbringen. Sie jagen aus dem Hinterhalt, regungslos in der Nähe unterirdischer Verstecke, in denen sie sich tagsüber verstecken. Ihre Aktivität erreicht zwischen Februar und Juni ihren Höhepunkt, bevor die Monsunregen sie fast unsichtbar machen. Während dieser Saison verlassen sie ihre Ansitze für trockenere Unterschlupfe, um Erdrutsche und Überschwemmungen zu vermeiden.

Ein überraschendes Verhalten wurde beobachtet: Diese Ottern kehren systematisch an denselben Ort zurück, nachdem sie von dort entfernt wurden, manchmal in weniger als drei Tagen. Manche bleiben sogar wochenlang als Paar zusammen, was auf eine Form saisonaler Monogamie während der Fortpflanzungszeit hindeutet. Ihre Treue zu einem bestimmten Ort macht sie besonders anfällig für menschliche Störungen.

Die Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, sind vielfältig. Die Fragmentierung der Wälder, verursacht durch Abholzung und Bodenerosion, zerstört ihren Lebensraum. Der illegale Wildtierhandel verschärft zudem ihren Rückgang. 2023 wurden Wilderer mit Säcken und Haken dabei überrascht, wie sie diese Schlangen jagten, was die Dringlichkeit des Schutzes der Region unterstreicht.

Angesichts dieser Gefahren beginnen sich Schutzmaßnahmen abzuzeichnen. Die lokalen Behörden erwägen die Schaffung geschützter Zonen, in denen das Fällen von Bambus und Bäumen verboten wäre. Diese Gebiete würden die Erosion begrenzen und die natürlichen Verstecke der Ottern bewahren. Eine bessere Aufklärung der lokalen Bevölkerung könnte auch Konflikte zwischen Menschen und Schlangen verringern, die oft aus Angst oder Unwissenheit getötet werden.

Die Bambusotter könnte mit ihren sesshaften Gewohnheiten und ihrer Rolle als ökologischer Indikator zu einem Modell werden, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt zu untersuchen. Ihr stiller Rückgang erinnert daran, dass selbst Arten, die als wenig bedrohlich eingestuft werden, schnell in einen kritischen Status abrutschen können, wenn nichts unternommen wird. Der Schutz ihrer Wälder ist nicht nur eine Frage des Überlebens für diese Schlange, sondern auch für das Gleichgewicht eines gesamten Ökosystems.


Crédits et attributions

Source principale

DOI : https://doi.org/10.1007/s44396-026-00025-0

Titre : Hanging in the balance: an ecological and conservation assessment reveals growing threats to the Bamboo Pitviper, Trimeresurus (Craspedocephalus) gramineus (Shaw, 1802), in the Dangs Forest of Gujarat, India

Revue : Discover Ecology

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Dikansh S. Parmar; Hinrich Kaiser

Speed Reader

Ready
500