Ernährungswälder fördern sie die Artenvielfalt landwirtschaftlicher Böden?
Die Umwandlung von Ackerland in Ernährungswälder könnte sich als eine Schlüsselstrategie zur Erhaltung des Bodenlebens erweisen. Diese Ökosysteme, die darauf ausgelegt sind, Nahrung zu produzieren und gleichzeitig die Struktur natürlicher Wälder nachzuahmen, beherbergen eine weitaus größere Vielfalt an Organismen als intensive Felder und Wiesen. Ein kürzlicher Vergleich zwischen fünfzehn Ernährungswäldern und benachbarten Flächen von Wäldern, Wiesen und Ackerland in Nordwesteuropa zeigt vielversprechende Ergebnisse.
Ernährungswälder zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, eine Vielzahl von Lebewesen im Boden aufzunehmen. Ihre Zusammensetzung liegt oft zwischen der von Wäldern und Ackerland, weist jedoch markante Besonderheiten auf. So findet man dort beispielsweise mehr nicht-mykorrhizapilze, Asseln, Tausendfüßer und Weberknechte als auf Wiesen oder Feldern. Diese Organismen, die empfindlich auf Störungen reagieren und von pflanzlicher Streu abhängen, profitieren von einer stabileren und feuchteren Umgebung.
Andererseits sind bestimmte Gruppen wie Regenwürmer oder Laufkäfer, die besser an offene oder gestörte Lebensräume angepasst sind, weniger zahlreich als auf Wiesen. Dennoch ist die Artenvielfalt an Pilzen und Arthropoden oft höher, dank der Vielfalt an Pflanzen und Mikrohabitaten. Ernährungswälder, die weniger gestört und reich an organischem Material sind, begünstigen auch eine größere Häufigkeit von Bakterien und bestimmten Würmern.
Ein großer Vorteil dieser Systeme liegt in ihrer Fähigkeit, Zwischenbedingungen zwischen Wäldern und Ackerland zu schaffen. Ihr Boden, weniger verdichtet und kohlenstoffreicher als der von Feldern, aber weniger sauer und weniger bedeckt als der von Wäldern, bietet einen Rückzugsort für Arten, die für beide Lebensräume typisch sind. Diese Vielfalt an Mikrohabitaten und Ressourcen ermöglicht es seltenen oder empfindlichen Organismen, sich dort anzusiedeln, was die lokale Artenvielfalt bereichert.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Anlage von Ernährungswäldern in Agrarlandschaften nicht nur die Vielfalt der Böden erhalten, sondern sogar erhöhen könnte. Indem sie Lebensraum für Arten bieten, die durch intensive Landwirtschaft bedroht sind, könnten diese Systeme eine entscheidende Rolle beim Schutz unterirdischer Ökosysteme spielen – und das bei gleichzeitiger Nahrungsmittelproduktion. Ihre großflächige Entwicklung könnte somit zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beitragen, in der Produktivität mit dem Respekt vor dem Bodenleben einhergeht.
Crédits et attributions
Source principale
DOI : https://doi.org/10.1038/s44185-026-00125-w
Titre : Planting food forests can increase soil biodiversity in agricultural landscapes of Northwest Europe
Revue : npj Biodiversity
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Isabelle van der Zanden; Lieke Moereels; Stephanie Schelfhout; Pallieter De Smedt; Koen Lock; Wouter Dekoninck; Gerard Korthals; Wim H. van der Putten; Kris Verheyen; G. F. Veen