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Die 10 % der reichsten Verbraucher verursachen Umweltschäden, die die Finanzierungsbedürfnisse für Klima und Biodiversität übersteigen
Die 10 % der wohlhabendsten Verbraucher weltweit sind für einen unverhältnismäßig großen Teil der Umweltschäden verantwortlich. Ihre Aktivitäten verursachen enorme Umweltkosten, die oft von der gesamten Gesellschaft getragen werden. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass diese Verbraucher jährlich Schäden in Höhe von geschätzten 1.700 bis 5.700 Milliarden Dollar verursachen, also zwischen 2.300 und 7.500 Dollar pro Person. Diese Beträge übersteigen bei Weitem die aktuellen Finanzierungsbedürfnisse zur Bekämpfung des Klimawandels und des Biodiversitätsverlusts auf globaler Ebene.
In den USA beläuft sich die Umweltbelastung der reichsten 10 % auf jährlich zwischen 19.000 und 63.000 Dollar. Das entspricht 6 bis 20 % ihres Einkommens oder 0,8 bis 3 % ihres Vermögens. In Indien hingegen ist diese Belastung deutlich geringer und liegt zwischen 410 und 1.400 Dollar, also 0,8 bis 2,8 % ihres Einkommens oder 0,2 bis 0,5 % ihres Vermögens. Diese Unterschiede spiegeln die Ungleichheiten im Verbrauch und bei den Emissionen zwischen den Ländern wider.
Der Verlust der Biodiversität und der Klimawandel sind die beiden Hauptfaktoren dieser Umweltbelastung. Weltweit macht die Zerstörung von Ökosystemen 47 bis 56 % des Gesamtbetrags aus, während der Klimawandel 36 bis 45 % ausmacht. Es folgen Schäden durch Stickstoff, Süßwasser und Phosphor, deren Anteil jedoch deutlich geringer ist.
Die von den reichsten 10 % verursachten Schäden sind so groß, dass sie allein bereits die Finanzierungsbedürfnisse für Biodiversität und Klima übersteigen. So decken bereits die niedrigen Schätzungen für die USA und China das Defizit von 675 Milliarden Dollar ab, das bis 2030 für die Biodiversität benötigt wird. Die mittlere Schätzung für die USA übersteigt sogar die jährlich benötigten 993 Milliarden Dollar für Klimamaßnahmen bis 2035. Somit könnten die potenziellen Einnahmen aus einer Umweltsteuer, die auf diese Gruppe abzielt, die notwendigen Übergänge finanzieren.
Der Verlust der Biodiversität, gemessen an der Abnahme der durchschnittlichen Artenhäufigkeit in einem Ökosystem im Vergleich zu seinem natürlichen Zustand, ist eine große Herausforderung. Die monetäre Bewertung bleibt komplex, da sie vom Ökosystemtyp, seinem Zustand und seiner Lage abhängt. Die in dieser Studie verwendeten Preise basieren auf europäischen Werten, die entsprechend des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf für jedes Land angepasst wurden. Diese Methode berücksichtigt jedoch nicht alle lokalen Faktoren, wie Bevölkerungsdichte oder die Seltenheit von Arten, was zu einer Unter- oder Überschätzung der tatsächlichen Kosten führen könnte.
Die Idee, Umweltschäden zu monetarisieren, löst Debatten aus. Einige sehen darin ein nützliches Instrument, um das Bewusstsein zu schärfen, Anreize zu verbessern und Mittel für nachhaltige Praktiken zu generieren. Andere kritisieren diesen Ansatz, da er bestehende Ungleichheiten widerspiegele und die Natur auf einen rein wirtschaftlichen Wert reduziere, wodurch ihr unersetzlicher Charakter ignoriert werde. Dennoch zielt diese Studie nicht darauf ab, die Kommerzialisierung der Natur zu rechtfertigen, sondern vielmehr die erhöhte Verantwortung der reichsten 10 % hervorzuheben.
Eine Umweltsteuer, die auf diese Gruppe abzielt, könnte nicht nur die Emissionen reduzieren, sondern auch die Gerechtigkeit verbessern. In Ländern mit niedrigem Einkommen ist eine CO₂-Steuer in der Regel progressiv, während in reichen Ländern eine einheitliche Besteuerung regressiv wirken kann, wenn die Einnahmen nicht umverteilt werden. Durch die Besteuerung von Luxusgütern statt von Grundnahrungsmitteln kann diese Steuer fairer und wirksamer gestaltet werden. Zudem steigt die öffentliche Akzeptanz, wenn die Einnahmen für grüne Investitionen oder die Umverteilung an einkommensschwache Haushalte verwendet werden.
Die 10 % der wohlhabendsten Verbraucher haben daher eine Schlüsselrolle bei der ökologischen Transition zu spielen. Ihre Verantwortung ist umso größer, als sie auch Investoren, Bürger und Vorbilder für andere sind. Eine gezielte Milderungspolitik für diese Gruppe könnte somit Emissionen reduzieren, Einnahmen für die Transition generieren und gleichzeitig die Gerechtigkeit verbessern.
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Crédits et attributions
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DOI : https://doi.org/10.1038/s44458-026-00079-x
Titre : Environmental damages of the top ten percent consumers exceed global climate and biodiversity funding gaps
Revue : Communications Sustainability
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Inge Schrijver; Rutger Hoekstra; Paul Behrens